Sonne und Haut – die grössten Irrtümer

Wenn es um Sonnenbäder und Lichtschutzfaktoren geht, gibt es viele Fragen und leider manche falsche Antwort. Wir räumen auf mit den grössten Irrtümern.

  1. Solarienbesuche bereiten die Haut auf den Sommer- oder Skiurlaub vor. Bei Sonnenbankbesuchen kommt die Bräune nur von UV-A-Strahlen. Der Hautschutz durch die Verdickung der Hornschicht und die Pigmentneubildung wird aber durch die UV-B-Strahlen ausgelöst. Eine vorsichtige Sonnengewöhnung am Urlaubsort oder im heimischen Garten ist die bessere Alternative.

  2. Bräunen auf der Sonnenbank ist ungefährlich. UV-A-Strahlen sind gefährlicher als jahrelang vermutet und können auch Hautkrebs verursachen. Ausserdem sind sie für die vorzeitige Hautalterung verantwortlich.

  3. Hautkrebs kriegen nur ältere Menschen.
 Zwar liegt das durchschnittliche Erkrankungsalter für den schwarzen Hautkrebs (Melanom) zwischen 55 und 65 Jahren, doch es gibt zunehmend jüngere Erkrankte. Und auch beim weissen Hautkrebs, der als Alterskrebs gilt, sehen Hautärzt/-innen häufiger Betroffene ab dem 30. Lebensjahr. Eine Hautvorsorge ist also schon in jungen Jahren wichtig.

  4. Es gibt wasserfeste Sonnencremes.
 Bei wasserfester Sonnencreme dauert es etwas länger, bis sie abgespült wird. Doch auch sie kann nicht 100 % an der Haut haften und schützen. Mehrmaliges Eincremen ist also weiterhin nötig.

  5. Hochpreisige Sonnencremes sind besser.
 Der Preis ist nicht entscheidend. Eine umfassende Testung auf Wirksamkeit und Verträglichkeit ist weitaus wichtiger. Bei den meisten grossen Markenherstellern sind diese Bedingungen erfüllt. Aber natürlich kann es Unterschiede in der Qualität der UV-Filter und Rezepturen geben, die sich auch preislich bemerkbar machen. Wichtig ist, dass die Sonnencreme auch einen UV-A-Schutz enthält. Achten Sie auf das UV-A-Zeichen auf der Packung achten.

  6. Für einen guten Sonnenschutz muss es ein Lichtschutzfaktor (LSF) von 50 sein.
 Der Unterschied zwischen LSF 30 und 50 ist nicht so gross, wie die Zahlen vermuten lassen. Lichtschutzfaktor 50 sollte zum Sonnengewöhnen und in extremen Situationen (Skifahren oder Wassersport) verwendet werden. Ansonsten reicht ein Lichtschutzfaktor von 30 oder 20 aus. Wichtiger ist das gründliche Eincremen.

  7. Calcium hilft bei Sonnenallergie. 
In Studien konnte die positive Wirkung von Calcium bisher nicht bewiesen werden. Effektiver scheinen Haut schützende Pflanzenstoffe aus der Apotheke zu sein – z.B. Polypodium leucotomos und Carotenoide.

  8. Ein Sonnenbrand in der Kindheit verjährt.
 Nicht alle Hautschäden durch die Sonnenstrahlen können repariert werden. Sie werden in den Zellen gespeichert und können noch viele Jahre später im ungünstigsten Fall zu Hautkrebs führen.

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